Es klingt wie kleine Füße in Turnschuhen. Kurze, schnelle Trippelschritte über die Dielung, dann ein Rollen, als würde jemand eine Murmel über den Boden schieben. Wer im November solche Geräusche hört, tippt zuerst auf Mäuse oder einen Marder. Auf vielen Dachböden sitzt aber ein Eichhörnchen. Das ändert einiges, vor allem daran, was Sie dagegen tun dürfen.
Warum die Tiere ausgerechnet jetzt ins Haus ziehen
Eichhörnchen sind längst keine reinen Waldbewohner mehr. Sie leben in Parks, auf Friedhöfen, in Kleingärten und an Fassaden, wo sie Halt finden. Im Herbst legen sie Vorräte an, und sobald die Nächte kalt werden, suchen sie ein Quartier, das trocken, frostfrei und ruhig ist. Ein Dachboden mit Dämmwolle erfüllt diese drei Wünsche ziemlich gut. Weich genug, um den Kobel hineinzudrücken, ist das Material ohnehin.
Von Winterschlaf sollte man dabei nicht sprechen. Das Eichhörnchen hält eine Winterruhe. Es verschläft kalte Tage, wacht zwischendurch auf und frisst aus seinen Depots. Deshalb hört man die Tiere auch im Januar noch, wenn draußen längst alles still ist.
Ein Detail hilft bei der Diagnose mehr als jedes Fernglas. Eichhörnchen sind tagaktiv. Wer die Geräusche morgens um halb sieben und nachmittags um vier hört und nachts durchschlafen kann, hat sehr wahrscheinlich kein Marderproblem.
Eichhörnchen, Marder oder Siebenschläfer?
Die Uhrzeit ist der erste Hinweis, die Lautstärke der zweite. Ein Marder läuft schwer. Man hört polternde Sätze, oft nachts, dazwischen Schreie und ein Trommeln, das durch das ganze Haus geht. Ein Siebenschläfer ist leise und nachtaktiv, dafür pfeift oder schnattert er hoch, und im Oktober verschwindet er meist in den Winterschlaf. Das Eichhörnchen trippelt dagegen leicht und schnell, am hellen Tag, und schimpft bei Störung mit einem keckernden, schnarrenden Ruf.
Spuren sind verlässlicher als die Erinnerung an ein Geräusch. Suchen Sie in den Ecken nach Nussschalenhaufen, nach angenagten Balken und nach einem Nest aus Zweigen, Laub und Dämmwolle. Der Kot liegt oft gehäuft unter einem Schlafplatz. Er ähnelt Rattenkot, wirkt aber runder und an den Enden stumpfer.
Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale stehen auch im Beitrag über den Siebenschläfer im Dachboden und in der Anleitung zu Mardern im Dach.
Diese Schäden entstehen oben, ohne dass Sie es merken
Von außen sieht ein Dachbodenbefall nach nichts aus. Innen sieht es nach ein, zwei Monaten anders aus. Die Dämmung wird zerdrückt und auseinandergerissen, weil jedes Tier seinen Schlafplatz polstert. Balken und Dachlattung bekommen Nagespuren. Urin und Kot durchtränken den Dämmstoff, was im Sommer riecht und Feuchtigkeit bindet. Und in einer Ecke liegt ein Vorratslager aus Nüssen, das Mäuse anzieht.
Der teuerste Punkt sind die Leitungen. Nagetiere müssen ihre Zähne abnutzen, und eine weiche Kabelisolierung ist ein dankbares Ziel. Laufen im Dachstuhl Stromleitungen für Solarmodule, Außenbeleuchtung oder Rauchmelder, gehört das geprüft, bevor Sie wieder ruhig schlafen. Eine angenagte Isolierung ist ein Brandrisiko, kein Schönheitsfehler.
Was rechtlich gilt
Das Eichhörnchen zählt in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, ihm nachzustellen, es zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ebenso verboten ist es, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Ausnahmen erteilt die nach Landesrecht zuständige Naturschutzbehörde, in der Regel das Untere beim Kreis oder bei der Stadt, und nur in begründeten Einzelfällen.
Unter das Jagdrecht fällt das Tier nicht. Eine Jagdzeit gibt es nicht, und damit auch keine legale Möglichkeit, das Problem mit einem Schuss zu lösen.
Für die Praxis heißt das: Giftköder sind tabu, und das aus zwei Gründen. Artenschutz ist der eine. Der andere ist praktischer Natur: Ein vergiftetes Eichhörnchen wird von Greifvögeln oder Katzen gefressen, die dann mitsterben. Lebendfallen ohne behördliche Erlaubnis sind ebenfalls keine Option. Und den Kobel auszuräumen und in die Tonne zu treten ist kein Kavaliersdelikt.
Vergrämen ist der einzige Weg, der ohne Fangen und ohne Töten funktioniert. Ein Freibrief ist es trotzdem nicht. Der Kobel ist eine Ruhestätte und damit geschützt, auch wenn gerade kein Tier darin sitzt. Er bleibt also unangetastet, und die Tiere müssen jederzeit hinauskönnen. Wer fangen, umsiedeln oder einen belegten Kobel entfernen will, braucht eine Ausnahme der Behörde. Solange Jungtiere im Nest liegen, wird das in der Regel nicht genehmigt.
Und dann ist da noch der Kalender. Von Februar bis August kann ein Kobel belegt sein. Eichhörnchen bekommen zwei Würfe im Jahr, jeweils ein bis sechs Junge, und die sind in den ersten Wochen blind, taub und fast nackt. In dieser Zeit bleibt nur, den Bereich zu meiden und abzuwarten. Alles andere wäre ein Verstoß gegen den Artenschutz und gegen das Tierschutzgesetz.
Wunder sollte man vom Vergrämen ohnehin nicht erwarten. Einmal einen warmen, trockenen Platz gefunden, heißt: immer wieder. Eichhörnchen sind reviertreu und merken sich ihr Quartier.
Was Sie selbst tun können
Vernünftig ist alles, was die Lage klärt, ohne das Tier zu gefährden. Notieren Sie, wann und wo es Geräusche gibt. Gehen Sie das Dach von außen ab und fotografieren Sie Stellen, an denen Zweige, Fallrohre oder Gauben nah ans Mauerwerk reichen. Stellen Sie das Futter ab. Ein Vogelhaus an der Fassade oder Nüsse auf dem Balkon sind eine Einladung mit Klingelschild.
Weniger sinnvoll sind die üblichen Hausmittel. Essig, Haarspray und Mottenkugeln riechen für Menschen streng und für das Tier nach nichts Besonderem. Ultraschallgeräte wirken bei Nagetieren nicht zuverlässig, dazu gibt es einen eigenen Beitrag über Ultraschall gegen Mäuse. Und eines sollten Sie auf keinen Fall tun: die Öffnung verschließen, solange das Tier noch drin ist. Dann sitzt es fest, und aus einem Geräuschproblem wird ein Tierschutzfall.
Wie ein Fachbetrieb vorgeht
Bei geschützten Arten entscheidet die Reihenfolge. Wer sie dreht, macht es teurer und rechtlich angreifbar.
- Bestandsaufnahme: Geräusche, Spuren, Kot, Nest. Dazu das Dach von außen, weil die Einflugstelle fast nie dort liegt, wo der Lärm herkommt.
- Artenschutzrechtliche Einordnung und, wenn nötig, Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde.
- Das Tier zum Auszug bringen, mit Licht, Unruhe und einer Einwegklappe an der Einflugstelle.
- Nachkontrolle nach ein bis zwei Wochen. Erst wenn nichts mehr trippelt, wird verschlossen.
- Öffnungen dicht machen, mit engmaschigem Gitter oder Blech. Bauschaum hält ein paar Nächte.
- Sanieren: Dämmung austauschen, Flächen reinigen, Leitungen prüfen lassen. Das Nest selbst kommt erst raus, wenn sicher kein Tier mehr da ist.
- Dokumentieren, mit Fotos und kurzem Protokoll. Das brauchen Sie, wenn die Versicherung mitspielen soll.
Was das kostet
Eine Erstkontrolle vor Ort mit Geräusch- und Dachbeurteilung startet bei 189 Euro. Danach hängt der Preis an drei Größen: der Zahl der Einflugstellen, der Menge an Dämmung, die getauscht werden muss, und der Frage, ob Leitungen betroffen sind. Lassen Sie sich diese Posten getrennt auflisten. Dann sehen Sie, was die Kontrolle kostet, was die Abdichtung und was die Sanierung.
Ob die Wohngebäudeversicherung einspringt, hängt vom Vertrag ab. Nagetierschäden sind häufig ausgeschlossen, Brandfolgeschäden dagegen oft gedeckt. Fotografieren Sie den Schaden, bevor jemand aufräumt. Wie unangenehm die Grenze zwischen beidem verläuft, steht im Beitrag Marderschaden: welche Versicherung zahlt. Die Logik gilt hier genauso.
Vorbeugen: der Zugang ist das Problem, nicht das Tier
Eichhörnchen springen vier bis fünf Meter weit. Ein Rückschnitt von einem Meter bringt deshalb nichts, und drei Meter nur bedingt. Entscheidend sind die Öffnungen am Gebäude selbst: Lüftungsgitter, Gauben, offene Ziegel, Rollladenkästen, Anschlüsse von Fallrohren. Alles ab etwa vier bis fünf Zentimetern Weite ist ein Eingang. Zum Vergleich: Eine Maus kommt mit einem Zentimeter zurecht.
Verschlossen wird mit Metall. Bauschaum, Silikon oder ein Stück Holz sind für ein Nagetier eine Aufforderung, kein Hindernis. Wird der Dachboden ohnehin saniert, lassen sich alle Öffnungen in einem Zug sichern.
Häufig gestellte Fragen
Sind Eichhörnchen auf dem Dachboden gefährlich?
Sie greifen Menschen nicht an, und Tollwut spielt bei Eichhörnchen in Deutschland praktisch keine Rolle. Das Risiko liegt woanders: angenagte Leitungen, verschmutzte Dämmung und Kot, der beim Trocknen aufgewirbelt wird. Wer den Bereich selbst betritt, sollte Handschuhe und eine Maske tragen und trockenen Kot nicht absaugen.
Darf ich ein Eichhörnchen einfangen und aussetzen?
Nein. Fangen ist ohne Ausnahme der zuständigen Naturschutzbehörde verboten. Aussetzen wäre zusätzlich ein Problem für das Tier: In einem fremden Revier findet es kein Winterquartier und keine Vorräte und stirbt oft innerhalb weniger Wochen.
Woran erkenne ich, ob es ein Eichhörnchen oder ein Marder ist?
Am Tagesrhythmus. Eichhörnchen sind tagaktiv, trippeln leicht und lassen Nüsse über den Boden rollen. Marder sind nachts unterwegs, poltern schwer und trommeln. Wer nachts Ruhe hat und tagsüber Schritte hört, kann den Marder von der Liste streichen.
Wie kommen die Tiere überhaupt auf den Dachboden?
Über Bäume, Fallrohre, Rankgitter und Gauben. Eichhörnchen überspringen vier bis fünf Meter und klettern an rauem Mauerwerk hoch. Danach reicht eine Öffnung von wenigen Zentimetern, etwa ein Lüftungsgitter oder ein verschobener Ziegel.
Was kostet es, ein Eichhörnchen vom Dachboden zu bekommen?
Die Erstkontrolle mit Geräusch- und Dachbeurteilung startet bei 189 Euro. Der Gesamtaufwand richtet sich nach der Zahl der Einflugstellen, dem Zustand der Dämmung und der Frage, ob Leitungen geprüft werden müssen. Ein seriöses Angebot listet diese Posten getrennt auf.
Kann ich den Dachboden selbst abdichten?
Ja, aber erst nach dem Auszug und nach einer Nachkontrolle. Wer früher verschließt, sperrt das Tier ein. Danach nagt es sich durch die Dämmung nach innen und richtet mehr Schaden an als vorher.
Verschwinden Eichhörnchen im Winter von selbst?
Nicht zuverlässig. Sie halten Winterruhe und werden nur ruhiger. In milden Wintern sind sie fast täglich unterwegs, und ein warmes Quartier behalten sie, solange es ihnen niemand ungemütlich macht.
Kurz gesagt
Ein Eichhörnchen auf dem Dachboden ist kein Fall für Gift oder Falle, sondern für Reihenfolge. Erst feststellen, wer da oben wohnt. Dann das Tier zum Auszug bewegen, ohne es einzusperren. Erst danach die Öffnungen mit Metall schließen und die Dämmung sanieren. Wer diesen Ablauf einhält, bleibt im Rahmen des Artenschutzes und wird die Tiere in aller Regel los.
Wir sehen uns den Dachboden an, sagen Ihnen, was tatsächlich dahintersteckt, erledigen die praktischen Schritte und stimmen die rechtliche Seite mit der zuständigen Naturschutzbehörde ab. Für Köln und Umgebung erreichen Sie uns unter 022129256020, alles Weitere läuft über die Seite Schädlingsbekämpfung Köln.
