Warum Hornissen geschützt sind – und wann Sie trotzdem handeln müssen
Hornissen sind die größten sozialen Faltenwespen Europas und seit 1987 in Deutschland gesetzlich geschützt. Im Gegensatz zu Wespen sind Hornissen weniger aggressiv und stechen nur bei direkter Bedrohung. Dennoch kann ein Nest in gefährlicher Nähe zu Wohnbereichen oder bei Allergie-Risiko professionelle Hilfe erforderlich machen.
Hornissen erkennen: Merkmale und Unterschiede zu Wespen
Hornissen werden bis zu 3,5 cm groß und sind damit deutlich größer als gewöhnliche Wespen. Charakteristisch sind:
- Kopf: Breit und orange-gelb gefärbt
- Körper: Schwarz-gelb bis rot-braun gestreift
- Größe: Arbeiterinnen 18–25 mm, Königinnen bis 35 mm
- Fluggeräusch: Deutlich lautes Brummen durch größere Flügel
Im Gegensatz zu Wespen fliegen Hornissen auch nachts und werden von Lichtquellen angezogen.
Hornissennest erkennen: Wo und wie bauen Hornissen?
Hornissen nisten bevorzugt in:
- Hohlen Bäumen oder Baumhöhlen
- Dachstühlen und Schuppen
- Vogelkästen oder Rollladenkästen
- Unterirdischen Bauten (seltener)
Ein Hornissennest kann bis zu 60 cm hoch werden und im Hochsommer bis zu 700 Tiere beherbergen. Die Nester sind graubraun und papierartig – im Gegensatz zu den gelblichen Wespennestern.
Sind Hornissen gefährlich? Mythen und Fakten
Der Mythos, dass drei Hornissenstiche ein Pferd töten können, ist längst widerlegt. Hornissengift ist nicht toxischer als Wespengift. Allerdings kann ein Stich für Allergiker lebensbedrohlich sein. Auch bei Stichen im Mund- oder Rachenraum sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Hornissen sind von Natur aus friedlich und greifen nicht ohne Grund an. Abstand halten und nicht nach den Tieren schlagen – das reicht meist aus, um Konflikte zu vermeiden.
Wann muss ein Hornissennest entfernt werden?
Da Hornissen unter Naturschutz stehen, dürfen Nester nur in begründeten Ausnahmefällen entfernt werden. Eine Umsiedlung ist erlaubt bei:
- Akutem Gefahrenpotenzial: Nest in unmittelbarer Nähe von Eingängen, Spielplätzen oder stark frequentierten Bereichen
- Allergie-Risiko: Bekannte Insektengift-Allergiker im Haushalt
- Baulichen Maßnahmen: Nest im Weg von notwendigen Renovierungen
Für die Umsiedlung benötigen Sie eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Professionelle Kammerjäger übernehmen die Antragstellung und Durchführung.
Hornissen bekämpfen: Diese Methoden gibt es
Wichtig: Eigenmächtige Bekämpfungen oder Zerstörungen von Hornissennestern sind verboten und können mit hohen Bußgeldern geahndet werden.
Professionelle Umsiedlung
Ein zertifizierter Kammerjäger siedelt das Nest kontrolliert um – meist nachts, wenn alle Tiere im Nest sind. Die Kosten liegen zwischen 150 und 350 €, abhängig von Nestgröße und Zugänglichkeit.
Naturschutzkonforme Maßnahmen
In vielen Fällen reicht es, einen Sicherheitsbereich um das Nest einzurichten und die Flugroute der Hornissen zu beachten. Hornissen fliegen in geraden Linien zwischen Nest und Nahrungsquellen – diese Wege sollten gemieden werden.
Hornissen in Deutschland: Verbreitung und Saisonalität
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist in ganz Deutschland verbreitet. Die Königinnen erwachen aus der Winterstarre im April und Mai und beginnen mit dem Nestbau. Bis August wächst das Volk auf seine maximale Größe an. Im Oktober bis November sterben die Arbeiterinnen, nur die jungen Königinnen überwintern in geschützten Verstecken wie Baumrinden oder Holzspalten.
In städtischen Gebieten wie Köln, München oder Berlin nehmen Hornissen-Sichtungen zu – ein Zeichen für erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen und die Anpassungsfähigkeit der Tiere an urbane Lebensräume.
Hornissen vs. Wespen: Die wichtigsten Unterschiede
| Merkmal | Hornissen | Wespen |
|---|---|---|
| Größe | Bis 35 mm | 12–18 mm |
| Färbung | Rot-braun, schwarz | Gelb-schwarz |
| Aktivität | Tag und Nacht | Nur tagsüber |
| Aggressivität | Niedrig | Mittel bis hoch |
| Nahrung | Insekten, Baumsäfte | Süßes, Fleisch |
Hornissen-Kosten im Überblick
| Maßnahme | Kostenrahmen |
|---|---|
| Beratung vor Ort | 50–100 € |
| Umsiedlung (einfach) | 150–250 € |
| Umsiedlung (schwierig) | 250–350 € |
| Behördliche Genehmigung | oft inklusive |
Hornissen vorbeugen: So vermeiden Sie Nester am Haus
Im zeitigen Frühjahr (April/Mai) suchen Hornissenköniginnen nach geeigneten Nistplätzen. Mit folgenden Maßnahmen reduzieren Sie das Risiko:
- Lücken schließen: Ritzen an Dachstühlen, Schuppen und Scheunen abdichten
- Gitter vor Öffnungen: Lüftungsöffnungen mit feinen Gittern (max. 2 mm Maschenweite) versehen
- Vogelkästen kontrollieren: Im Frühjahr regelmäßig prüfen
- Keine süßen Speisen im Freien: Reduziert die Anlockwirkung
Hornissen als Nützlinge: Warum sie schützenswert sind
Trotz ihres bedrohlichen Aussehens sind Hornissen wichtige Nützlinge im Ökosystem. Ein einziges Hornissenvolk vertilgt im Sommer bis zu 500 Gramm Insekten – darunter viele lästige Garten- und Forstschädlinge wie Blattläuse, Raupen und Fliegen. Damit leisten Hornissen einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Schädlingsregulation.
Die Tiere stehen zu Recht unter Naturschutz. Bußgelder für die mutwillige Zerstörung eines Hornissennestes können bis zu 50.000 € betragen.
Notfall: Was tun bei einem Hornissennest am Haus?
Wenn Sie ein Hornissennest entdecken, bewahren Sie Ruhe:
- Abstand halten: Mindestens 2–3 Meter vom Nest entfernt bleiben
- Flugroute beachten: Hornissen fliegen in geraden Linien – diese Wege nicht blockieren
- Fenster abdichten: Fliegengitter anbringen, um Eindringen zu verhindern
- Experten kontaktieren: Bei Gefahrenpotenzial einen zertifizierten Kammerjäger rufen
- Behörde informieren: Für eine Umsiedlung ist eine Genehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich
Häufige Fragen zu Hornissen (FAQ)
Sind Hornissen aggressiver als Wespen?
Was kostet eine Hornissen-Umsiedlung?
Darf ich ein Hornissennest selbst entfernen?
Wie lange bleibt ein Hornissennest aktiv?
Was tun bei Hornissenstich?
Telefon: 0221-29256020
E-Mail: info@safehome-service.de
