Wer im Frühjahr auf dem Rasen runde Erdhügel findet und daneben welke Flecken, schiebt es oft auf den Maulwurf. Häufig sitzt der Verursacher aber unter der Erde und frisst Wurzeln statt Regenwürmer: die Maulwurfsgrille. Sie gräbt flache Gänge, durchtrennt dabei Graswurzeln und legt ihre Eier in kleinen Erdkammern ab. In Köln trifft das vor allem Gärten in Wassernähe, in feuchten Randlagen und in der Nähe von Wiesen.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine Maulwurfsgrille sicher erkennen, wie Sie sie vom Maulwurf unterscheiden und mit welchen Mitteln sich der Bestand im Garten wieder in Grenzen halten lässt. Wichtig vorweg: Die Maulwurfsgrille dürfen Sie bekämpfen. Beim Maulwurf gilt genau das Gegenteil.
Was die Maulwurfsgrille ist und warum sie im Rasen schadet
Die Maulwurfsgrille ist eine etwa vier bis fünf Zentimeter lange Grille mit einem kräftigen, gepanzerten Körper. Auffällig sind die zu Grabschaufeln umgebildeten Vorderbeine. Mit ihnen schiebt sie sich durch lockere Erde. Sie lebt fast ihr ganzes Leben unter der Oberfläche und kommt nur selten ans Tageslicht.
Sie frisst kaum Pflanzen. Beim Graben durchtrennt sie Wurzeln und unterhöhlt den Boden. Der Rasen verliert dadurch den Halt, wird welk und lässt sich stellenweise einfach anheben, weil die Wurzeln darunter durchtrennt sind. Vor allem Jungpflanzen, Gemüsebeete und frisch angelegter Rollrasen sind betroffen. In schweren, feuchten Böden fühlt sie sich am wohlsten, weshalb Kölner Gärten an Rhein, Flehbach oder in der Nähe von Bächen häufiger betroffen sind.
Maulwurfsgrille erkennen: die typischen Spuren
Die Maulwurfsgrille hinterlässt ein Muster, das sich vom Maulwurf gut unterscheiden lässt. Sie gräbt dicht unter der Oberfläche. Ihre Gänge liegen oft nur ein paar Zentimeter tief, heben die Grasnarbe leicht an und verlaufen meist flach und etwas unregelmäßig.
Typisch sind kleine Erdhügel aus locker aufgeworfener, feinkrümeliger Erde. Anders als beim Maulwurf sind diese Hügel flacher und liegen häufiger in Gruppen. Ein sicheres Zeichen sind abgebissene Wurzeln und welke Rasenstellen direkt neben einem Hügel. Wenn Sie einen Gang vorsichtig mit der Hand öffnen, führt er meist nur flach durch den Oberboden.
Maulwurfsgrille oder Maulwurf? So unterscheiden Sie beide
Der Maulwurf wirft größere, kegelförmige Hügel auf und drückt beim Graben die Erde nach oben zusammen. Die Maulwurfsgrille schichtet die Erde lockerer auf und zieht flache Gänge. Der Blick in den Gang selbst klärt es. Sieht der Ausgang wie ein aufgeworfener Trichter aus, war es eher ein Maulwurf. Finden Sie dagegen eine flache, unterhöhlte Stelle mit welkem Gras, war es häufiger die Maulwurfsgrille.
Rechtlicher Unterschied: geschützt oder nicht
Hier liegt der wichtigste Unterschied für alle weiteren Schritte. Der Maulwurf ist in Deutschland besonders geschützt und darf weder gefangen noch getötet noch gestört werden. Die Maulwurfsgrille dagegen ist ein Schädling im Gartenbau. Sie steht nicht in der Bundesartenschutzverordnung und ist damit nicht geschützt. Sie dürfen sie mit den zugelassenen Mitteln bekämpfen.
Sind Sie unsicher, was gräbt, bestimmen Sie das Tier vor der Maßnahme. Bei einem geschützten Maulwurf beraten wir Sie gern. Die Verwechslung führt sonst leicht zu einer Maßnahme, die rechtlich nicht erlaubt ist.
Maulwurfsgrille bekämpfen: Was im Garten funktioniert
Kombinieren Sie mehrere Wege. Ein einzelnes Mittel bringt selten vollen Erfolg. Fangen Sie im Frühjahr an, bevor die Tiere Eier legen. Eine einzelne Maulwurfsgrille kann im Boden für Nachwuchs sorgen, daher lohnt der frühe Start.
1. Boden und Bewässerung anpassen
Die Maulwurfsgrille liebt feuchten, lockeren Boden. Wo es geht, hilft es, Staunässe zu vermeiden und Böden gut zu entwässern. Trockenere, gut durchlüftete Rasenflächen sind für sie unattraktiv. Ein tief gelockerter Boden ist dagegen kein Nachteil, weil er Wurzelwachstum fördert.
2. Nützlinge und natürliche Gegenspieler fördern
In der Natur halten Fressfeinde den Bestand in Grenzen. Igel, Spitzmäuse, Kröten, Eidechsen und einige Vögel stehen auf Maulwurfsgrillen. Ein Garten mit Verstecken, Laubhaufen und wenig Gift ist für diese Helfer attraktiv. Wer Igel fördern möchte, findet dazu eigene Hinweise in unserem Beitrag Igel im Garten in Köln.
3. Köderfallen und Fangmethoden
Köderfallen, die im Gang sitzen, wirken gezielt. Setzen Sie die Falle in einen frischen, befahrenen Gang. Probieren Sie mehrere Stellen, weil der Bestand an mehreren Ecken sitzen kann. Kontrollieren Sie die Fallen regelmäßig und entsorgen Sie gefangene Tiere so, dass Wildtiere nicht zu Schaden kommen.
4. Nematoden gegen die Larven
Gegen die Larven der Maulwurfsgrille werden im Handel Nematoden angeboten. Sie wirken nur bei ausreichender Bodenfeuchte und Bodentemperatur und müssen genau nach Anleitung ausgebracht werden. Der Erfolg bleibt oft hinter den Erwartungen zurück, deshalb sind sie eher eine Ergänzung als ein alleiniges Mittel.
Vergleich: typische Maßnahmen und ihre Wirkung
| Maßnahme | Wie es wirkt | Typischer Richtwert | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Köderfalle im Gang | fängt Tiere gezielt im befahrenen Gang | ca. 10 € bis 40 € pro Falle | nur frische Gänge, mehrfach kontrollieren |
| Nematoden (Larven) | bekämpfen Larven im Boden | ca. 20 € bis 60 € pro Anwendung | Bodenfeuchte und Temperatur müssen stimmen |
| Entwässerung und Bodenpflege | macht den Boden weniger attraktiv | oft kostenlos bis ca. 100 € | langfristig, kein Sofortmittel |
| Nützlinge fördern | Fressfeinde reduzieren den Bestand | meist kostenlos | braucht Zeit und Rückzugsorte |
| Professionelle Bekämpfung | gezielte Mittel mit Standortkontrolle | ca. 150 € bis 350 € | Aufwand hängt von Fläche und Befall ab |
Die Preise sind Richtwerte. Der tatsächliche Aufwand hängt von der Fläche, der Befallsstärke, dem Zugang zum Beet und der Zahl der Nachkontrollen ab.
Warum in Köln besonders viele Gärten betroffen sind
Die Maulwurfsgrille braucht feuchten, lockeren Boden. Entlang des Rheins, in der Nähe des Flehbachs und in Gartensiedlungen mit alten, tiefgründigen Böden findet sie genau diese Bedingungen. In den Stadtteilen mit vielen Altgärten, etwa im Kölner Süden und Westen, treten die Hügel häufiger auf. Auch nach einem feuchten Frühjahr mit viel Regen in den Randlagen zeigt sich der Befall stärker.
Was Sie nach der Bekämpfung prüfen sollten
Nach zwei bis drei Wochen lohnt ein Kontrollgang. Neue Hügel und weitere welke Rasenstelle zeigen, dass noch Tiere aktiv sind. Dann ist eine zweite Runde an den Stellen nötig, an denen die Spuren weiterlaufen. Frisch gesäter Rasen und junge Gemüsepflanzen brauchen in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit, weil dort der Schaden am größten ist.
Achten Sie außerdem darauf, dass Sie nicht den Maulwurf mitbekämpfen. Wenn Sie nach der Behandlung wieder kegelförmige Hügel sehen, war möglicherweise ein Maulwurf im selben Gebiet unterwegs. Bei diesem Tier stoppen Sie jede Maßnahme sofort und lassen sich beraten.
Vorbeugen: so wird der Rasen unattraktiv
Machen Sie den Lebensraum für die Maulwurfsgrille weniger angenehm. Regelmäßiges Vertikutieren im Frühjahr entfernt Moos und lockert die Grasnarbe. Eine nicht zu feuchte Bewässerung und eine gute Drainage halten den Boden trockener. Wer Beete mit jungen Pflanzen anlegt, sollte den Boden vorher kontrollieren, damit sich keine Larven einschleppen.
Ein weiterer Punkt ist der Blick auf Nachbargrundstücke. Die Maulwurfsgrille wandert über Grundstücksgrenzen, wenn der Boden passt. Wenn in der Nachbarschaft frisch gegraben wurde und mehrere Hügel auftauchen, ist eine gemeinsame Kontrolle oft wirksamer als eine einzelne Maßnahme auf einem Grundstück.
Häufige Fragen zur Maulwurfsgrille
Ist die Maulwurfsgrille geschützt?
Nein. Die Maulwurfsgrille ist ein Schädling im Gartenbau und nicht geschützt. Anders als der Maulwurf dürfen Sie sie mit zugelassenen Mitteln bekämpfen.
Wie erkenne ich eine Maulwurfsgrille sicher?
Sie ist vier bis fünf Zentimeter lang, hat einen gepanzerten Körper und auffällige Grabschaufeln an den Vorderbeinen. Sie lebt fast immer unter der Erde und gräbt flache Gänge.
Was unterscheidet ihre Hügel vom Maulwurf?
Die Maulwurfsgrille wirft flachere, locker aufgeschichtete Hügel auf. Der Maulwurf baut kegelförmige Hügel und drückt die Erde fester zusammen. Welke Rasenstelle direkt am Hügel sprechen für die Maulwurfsgrille.
Welche Mittel helfen am besten?
Köderfallen im befahrenen Gang wirken am zielgerichtetsten. Bodenpflege, Entwässerung und die Förderung von Fressfeinden unterstützen das Ergebnis. Nematoden sind eher eine Ergänzung.
Wann sollte ich bekämpfen?
Am besten im Frühjahr, bevor die Tiere Eier legen. verhindern Sie, dass aus dem Befall im Sommer deutlich mehr Tiere werden.
Bekämpft SafeHome auch den Maulwurf?
Nein. Der Maulwurf ist geschützt und wird nicht bekämpft. SafeHome unterscheidet vor jeder Maßnahme zwischen geschützten Tieren und echten Schädlingen und behandelt nur Letztere.
Was kostet die Bekämpfung in Köln?
Für eine fachgerechte Bekämpfung im Garten liegen die Richtwerte meist zwischen etwa 150 € und 350 €. Der genaue Preis hängt von Fläche, Befall und Zahl der Nachkontrollen ab.
Kosten: womit Gartenbesitzer rechnen sollten
| Leistung | Typischer Richtwert | Abhängig von |
|---|---|---|
| Erstkontrolle im Garten | ca. 80 € bis 150 € | Fläche und Zugänglichkeit |
| Bekämpfung kleiner Flächen | ca. 150 € bis 250 € | Zahl der Befallsstellen |
| Bekämpfung größerer Gärten | ca. 250 € bis 350 € | Fläche und Nachkontrollen |
| Nachkontrolle | ca. 60 € bis 120 € | Rückkehr der Spuren |
Diese Zahlen sind unverbindliche Richtwerte, keine Festpreise. Für eine Einschätzung vor Ort reicht oft ein Blick auf Fläche und Spuren. Rufen Sie uns an, dann nennen wir Ihnen eine realistische Größenordnung.
Wenn im Beet zusätzlich Engerlinge oder Mäuse auftreten, lohnt ein Blick auf die passenden Beiträge Engerlinge im Rasen und Wühlmäuse im Rasen in Köln. Beide Schädlinge hinterlassen Spuren im Rasen, unterscheiden sich aber in Ursache, Verhalten und Bekämpfung deutlich von der Maulwurfsgrille.
