Eine Mausefalle kostet ein paar Euro und ist damit das billigste Werkzeug gegen Mäuse im Haus. Nur fängt sie selten etwas, wenn sie einfach im Regal steht. Mäuse laufen nicht quer durch den Raum, sie meiden neue Gegenstände und sie riechen menschliche Finger. Wer diese drei Punkte ignoriert, lässt die Falle wochenlang stehen, ohne dass etwas passiert.
Warum die Falle oft leer bleibt
Mäuse sind vorsichtig. Ein Gegenstand, der gestern noch nicht da war, wird zwei bis drei Tage gemieden. Wer die Falle sofort spannt, verliert genau diese Zeit und wundert sich, dass nichts passiert. Besser ist es, die Falle zunächst ungespannt aufzustellen und erst nach ein paar Tagen scharf zu machen.
Der zweite Grund ist der Standort. Mäuse bewegen sich mit Körperkontakt entlang von Wänden, Sockelleisten und Rohren. Eine Falle mitten im Raum steht für sie außerhalb der Route und bleibt unberührt, selbst mit gutem Köder.
Der dritte Punkt ist der Geruch. Wer die Falle mit bloßen Händen anfasst, hinterlässt einen Fremdgeruch, den die Tiere wahrnehmen. Einmalhandschuhe oder ein altes Paar Gartenhandschuhe lösen das Problem für ein paar Cent.
Welche Falle passt zu welcher Situation
Schlagfalle aus Holz oder Kunststoff
Die klassische Falle tötet beim Auslösen in der Regel sofort, wenn der Bügel sauber sitzt. Ein Fehlschlag kommt trotzdem vor, deshalb gehört die tägliche Kontrolle dazu: Verletzte Tiere müssen sofort tierschutzgerecht getötet werden. Sie ist günstig, braucht keinen Strom und funktioniert auch im Keller oder in der Garage. In Haushalten mit kleinen Kindern oder Freigängern sollte sie nur an Stellen stehen, die niemand unbeaufsichtigt erreicht. Beim Aufstellen darauf achten, dass die Falle nicht wackelt: Eine kippelige Falle löst zu früh aus oder gar nicht.
Lebendfalle
Fangboxen nehmen die Maus lebend auf. Sie sind eine Option, wenn jemand das Töten vermeiden will. Sie verlangen aber Disziplin: Die Box muss mindestens zweimal täglich kontrolliert werden, sonst sitzt das Tier stundenlang ohne Futter und Wasser in einem engen Kasten. Beim Aussetzen wird es praktisch: Die Naturschutzbehörden genehmigen das Freilassen von Hausmäusen in der Regel nicht. Wer die Maus trotzdem fünfhundert Meter weiter im Park aussetzt, hat sie oft nach zwei Tagen wieder im Haus, und ein Teil der Tiere überlebt den Ortswechsel nicht.
Elektrofalle
Elektrische Fallen töten mit einem kurzen Stromstoß und bleiben sauber, weil kein Blut austritt. Der Preis liegt je nach Modell zwischen sechzig und hundertfünfzig Euro, dafür brauchen sie eine Steckdose oder einen Satz Batterien. Ihren Vorteil spielen sie in Vorratsräumen aus, in denen Kinder und Haustiere keinen Zutritt haben.
Klebefalle: nicht verwenden
Leimfallen halten die Maus fest, bis sie verdurstet oder erstickt. Das Tier leidet dabei über Stunden, oft reißt es sich Haut und Fell auf. Klebefallen gelten in Deutschland als tierschutzwidrig und sind für den Einsatz gegen Wirbeltiere nicht zulässig. Auch wenn sie im Baumarkt noch im Regal liegen: Finger weg.
Der richtige Köder
Erdnussbutter ist der zuverlässigste Köder. Sie riecht stark, klebt am Auslöser und lässt sich nicht einfach abnehmen, wenn die Maus daran zieht. Alternativ funktionieren Nutella, ein Stück Vollmilchschokolade, Haferflocken mit etwas Öl, Speck oder ein Tropfen Katzenfutter.
Käse ist kein guter Köder, auch wenn er in jedes Cartoon-Bild gehört. Er trocknet nach wenigen Tagen aus, wird hart und lässt sich von einer geschickten Maus abheben, ohne dass der Mechanismus auslöst.
Die Menge entscheidet mit. Ein erbsengroßer Klecks reicht, mit dem Daumen festgedrückt, und hält auch mal drei Tage. Wer den Auslöser vollschmiert, füttert die Maus, statt sie zu fangen, weil sie den Köder vom Rand abnimmt und die Falle stehen lässt. Nach etwa einer Woche den Köder tauschen: Ranziges Fett riecht für Menschen kaum, für Mäuse dagegen deutlich.
Standort und Ausrichtung
Die Falle steht mit der Längsseite im rechten Winkel zur Wand, die Auslöseplatte zeigt zur Wand. So läuft die Maus, die an der Sockelleiste entlangkommt, über den Auslöser, bevor sie den Köder erreicht. Wird die Falle parallel zur Wand aufgestellt, passiert die Maus oft daneben.
Bewährte Plätze sind der Küchensockel entlang der Arbeitsfläche, die Ecke hinter dem Kühlschrank, der Bereich unter der Spüle, der Vorratsschrank, Rohrdurchführungen in der Wand und im Keller die Wand entlang bis zur Heizung. Auch hinter dem Sofa und in der Speisekammer lohnt ein Versuch.
Weniger erfolgreich sind frei stehende Plätze mitten im Raum, glatte Flächen ohne Wandbezug und feuchte Ecken, in denen der Köder schimmelt.
Kurzcheck vor dem Spannen: Falle steht an der Wand, Auslöser zeigt zur Wand, Köder klebt fest, Falle wackelt nicht, Handschuhe wurden getragen.
Wie viele Fallen und wie lange
Bei einem sichtbaren Befall reichen zwei oder drei Fallen nicht. Realistisch sind sechs bis zehn Stück, verteilt auf die Laufwege, mit zwei bis drei Metern Abstand. Die Faustregel lautet: mehr Fallen als vermutete Mäuse. Mäuse leben selten allein, und wer nur eine Maus fängt, hat meist noch fünf weitere im Haus.
Die Fallen bleiben zehn bis vierzehn Tage stehen und werden mindestens einmal täglich kontrolliert, bei stärkerem Befall morgens und abends. Nach drei bis vier Tagen ohne Fang lohnt ein Standortwechsel, denn dann stimmt entweder der Platz oder der Köder nicht.
Ob die Bekämpfung gewirkt hat, zeigt nicht die Zahl der Fänge, sondern der Zustand des Hauses. Zwei Wochen ohne Kotspuren, ohne Nageschäden an Verpackungen und ohne Geräusche in der Wand gelten als gutes Zeichen. Treten danach wieder Spuren auf, sitzt der Befall tiefer, als die Fallen reichen.
Nach dem Fang: Kadaver und Kot
Tote Mäuse gehören mit Handschuhen angefasst, in eine doppelte Plastiktüte gesteckt und in den Restmüll. Biomüll ist der falsche Ort, dort kommen Ratten und Krähen wieder dran. Die Falle danach mit Alkohol oder einem handelsüblichen Desinfektionsmittel abwischen und erst dann neu beködern.
Mäusekot ist der unangenehmere Teil. Er wird nicht trocken zusammengekehrt, weil dabei erregerhaltiger Staub aufwirbelt. Erst die Stelle mit Desinfektionsspray befeuchten, dann mit Handschuhen und Atemschutz aufnehmen. Dahinter steckt mehr als Ekel: Rötel-, Feld- und Waldmäuse tragen in Deutschland das Hantavirus, das über aufgewirbelten Staub aus Kot und Urin in die Atemwege gelangt und teils schwere Nierenerkrankungen auslöst. Lassen Sie das Desinfektionsmittel einige Minuten einwirken, bevor Sie den Kot aufnehmen, und entsorgen Sie ihn ebenfalls über den Restmüll statt über die Biotonne. Wie Sie die Hinterlassenschaften sicher unterscheiden und entfernen, steht im Beitrag Mäusekot oder Rattenkot erkennen.
Wann Fallen nicht mehr reichen
Fallen sind ein Werkzeug für kleine bis mittlere Befälle in erreichbaren Räumen. Ein Profi wird gebraucht, wenn tagsüber mehrere Mäuse zu sehen sind, der Befall länger als drei Wochen besteht, mehrere Wohnungen oder Stockwerke betroffen sind oder der Verdacht besteht, dass die Tiere in Zwischendecken und Hohlräumen sitzen. Auch in Lebensmittelbetrieben, Kitas und Praxen reicht eine Falle im Eck nicht aus, dort braucht es einen dokumentierten Bekämpfungsplan.
Die Kosten für eine professionelle Mäusebekämpfung liegen bei etwa 200 bis 500 Euro, einfache Einsätze starten bei 189 Euro. Was den Preis im Einzelfall bestimmt, steht im Ratgeber zu Kammerjäger-Kosten. Einen Überblick über Methoden, Vorbeugung und die Frage, wann man selbst tätig werden kann, finden Sie im Hauptbeitrag Mäuse bekämpfen.
Genauso wichtig wie das Fangen ist das Abdichten. Eine Hausmaus passt durch Spalten ab etwa sechs Millimetern. Türdichtungen, Bürstendichtungen an Garagentoren, Gitter vor Lüftungsschlitzen und verschlossene Rohrdurchführungen halten mehr Mäuse draußen als jede Falle im Keller.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich eine Mausefalle kontrollieren?
Eine Schlagfalle kontrollieren Sie mindestens einmal täglich, besser morgens und abends. Lebendfallen müssen mindestens zweimal täglich geprüft werden, weil die Maus sonst ohne Futter und Wasser im Kasten sitzt.
Welcher Köder funktioniert bei Mausefallen am besten?
Erdnussbutter hat sich in der Praxis am besten bewährt, weil sie stark riecht und am Auslöser klebt. Nutella, Schokolade, Haferflocken mit Öl und Speck funktionieren ebenfalls. Käse trocknet schnell aus und ist deshalb die schlechtere Wahl.
Wie viele Mausefallen sollte ich aufstellen?
Bei sichtbarem Befall sind sechs bis zehn Fallen sinnvoll, verteilt auf die Laufwege und mit zwei bis drei Metern Abstand. Stellen Sie mehr Fallen auf, als Sie Mäuse vermuten, denn ein einzelnes Tier ist selten allein.
Warum löst meine Mausefalle nicht aus?
Meist liegt es am Standort: Die Falle steht zu weit von der Wand entfernt. Weitere Ursachen sind ein zu großer Köder, ein schwergängiger Auslöser, ein Fremdgeruch von den Händen oder eine Falle, die erst seit einem Tag steht und noch gemieden wird.
Darf ich eine Lebendfalle aufstellen und die Maus im Garten aussetzen?
Eine Lebendfalle dürfen Sie aufstellen. Das Freilassen genehmigen die Naturschutzbehörden in der Regel jedoch nicht. Praktisch bleibt deshalb oft nur die tierschutzgerechte Tötung, die in vielen Fällen der Fachbetrieb übernimmt.
Sind Klebefallen in Deutschland erlaubt?
Nein. Klebefallen gelten als tierschutzwidrig und sind für den Einsatz gegen Wirbeltiere nicht zulässig. Die Tiere leiden über Stunden, bis sie verdursten oder ersticken.
Was mache ich mit einer toten Maus?
Mit Handschuhen aufnehmen, in eine doppelte Plastiktüte stecken und über den Restmüll entsorgen. Danach die Falle desinfizieren und die Hände gründlich waschen. Nicht in den Biomüll werfen.
