Gegen Ende August, zu Beginn des Septembers, verändert sich das Verhalten der Wespen am Gartentisch merklich. Bis dahin wirken sie meist zurückhaltend, doch plötzlich tauchen sie im Kuchen, im Bier oder sogar im Katzenfutter auf und wer die Hand hebt, bekommt schnell einen Stich am Unterarm. Diese Entwicklung ist kein Zufall und auch keine Charaktereigenschaft einzelner Tiere, sondern das Ende des Jahreszyklus, der nun in die Schlussphase eintritt. Wenn Sie verstehen, was im Nest gerade passiert, können Sie die Wochen bis zum ersten Frost deutlich entspannter überstehen.
Warum Wespen im Herbst aggressiver erscheinen
Im Frühjahr beginnt ein Wespenvolk mit einer einzelnen Königin. Sie errichtet ein kleines Nest aus zerkautem Holz, legt die ersten Eier und zieht die erste Generation von Arbeiterinnen auf. Im Sommer wächst das Volk auf einige hundert bis mehrere tausend Tiere an. Während dieser Zeit sammeln die Arbeiterinnen für die Brut Insekten, Aas, Fleischreste und süße Pflanzensäfte.
Wenn der Spätsommer anbricht, ändert sich das Bild. Die Königin legt keine Eier mehr, die Larvenzahl im Nest sinkt. Damit fehlt den Arbeiterinnen ihre eigentliche Aufgabe, Nahrung für die Brut zu beschaffen. Stattdessen suchen sie Zucker für sich selbst: Obst, Kuchen, Limonade, Marmelade, heruntergefallenes Obst und offene Mülltonnen. Diese Umstellung erklärt fast alles, was Grillgäste als plötzliches Angriffsverhalten empfinden. Die Wespen sind nicht bösartiger als im Juni, sie sind hungrig, die Brutpflege ist beendet und sie verteidigen ihr Nest in dieser Phase deutlich heftiger. Wer sich dem Bau bis auf wenige Meter nähert, greift aus Sicht der Wespen das Nest an, wenn sie sich gestört fühlen.
Ein weiterer Faktor ist die Tageszeit. An kühlen Herbstmorgen sind die Tiere eher träge und sitzen regungslos auf Steinen oder Holz. Sobald die Temperatur steigt, werden sie wieder flotter und flugfreudiger. Ein warmer Septembernachmittag ist daher der ungünstigste Moment für Arbeiten rund um ein Nest.
Was im Wespennest im Herbst wirklich passiert
Der Jahresabschluss eines Wespenvolkes verläuft in mehreren Schritten. Zuerst schlüpfen die letzten Arbeiterinnen, danach entstehen die Geschlechtstiere. Männchen und zukünftige Königinnen verlassen das Nest, paaren sich, und nur die bereits begatteten jungen Königinnen überleben den Winter. Sie suchen dafür geschützte Unterschlüpfe: unter Baumrinde, in Holzstapeln, in Gartenhäusern, in Ritzen von Fensterrahmen oder in Dachschrägen. Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben im Laufe des Herbstes, in der Regel bis zum ersten Frost.
Ein Wespenvolk nutzt sein Nest nur ein einziges Jahr. Im Frühjahr baut die neue Königin an einem anderen Ort ein komplett neues Nest. Deshalb ist ein Wespennest im Winter oder im zeitigen Frühjahr leer, auch wenn es noch groß und intakt wirkt. Finden Sie im November ein verlassenes Nest auf dem Dachboden, ist dort nichts mehr. Solche Altnester können Sie nach dem ersten Frost mit Handschuhen entfernen und in den Restmüll geben, sofern Sie sicher sind, dass keine Tiere mehr aktiv sind. Bei Bodennestern und Nestern in Hohlräumen raten wir jedoch davon ab, selbst Hand anzulegen: Diese Nester lassen sich nicht per Sichtprüfung sicher beurteilen, und ein noch besiedeltes Volk reagiert bei Störungen heftig. Bei Nestern in Rollladenkästen, unter Dachziegeln und in Wandhohlräumen ist die Kontrolle besonders schwierig, weil nicht jede Öffnung sichtbar ist.
Welche Wespen Sie überhaupt vor sich haben
Im Raum Köln und im Rheinland begegnen Hausbesitzer und Mieter vor allem zwei Arten: der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Beide bevorzugen dunkle, geschützte Hohlräume, zum Beispiel Rollladenkästen, Dachvorsprünge, Zwischendecken, Mauerfugen oder selten frei hängende Strukturen im Gebüsch. Daneben gibt es die Feldwespen, die offen an Hauswänden bauen und in der Regel deutlich friedlicher sind, sowie die Hornisse, die zu den größten heimischen Wespen zählt und in Deutschland unter Naturschutz steht. In Nordrhein-Westfalen darf ein Hornissennest nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde beseitigt werden.
Für die Praxis reicht oft eine grobe Einordnung: Kleine, schlanke Tiere mit klarer Zeichnung am Hinterleib, die sowohl von Fleisch als auch von Süßem angelockt werden, sind meist Deutsche oder Gemeine Wespen. Große, rot-braun und gelb gefärbte Exemplare mit dunklem Kopf gehören in der Regel zu den Hornissen und sollten niemals eigenständig bekämpft werden. Wenn Sie unsicher sind, hilft ein Foto. Unsere Seite zur Insektenbestimmung erklärt, worauf Sie beim Fotografieren achten sollten, und wir ordnen das Bild vorab ein.
Was im Herbst gegen Wespen hilft und was nicht
Die wirksamen Maßnahmen gegen Wespen sind im Herbst alltagsnah und kostengünstig.
Am Tisch und am Müllplatz
- Speisen und Getränke abdecken auch Gläser und Dosen, denn Wespen kriechen gern in offene Behälter und werden beim Trinken versehentlich verschluckt.
- Fallobst täglich einsammeln. Heruntergefallenes Obst ist im Herbst die verlässlichste Nahrungsquelle im Garten für Wespen im Garten.
- Mülltonnen stets geschlossen halten und die Deckel sauber wischen, besonders bei Biomüll und Altglas.
- Katzennassfutter nach dem Fressen entfernen, statt es stehen zu lassen.
- Wespen nicht schlagen. Wird ein Tier erschlagen, setzt es ein Alarmpheromon frei, das Artgenossinnen in der Nähe alarmiert.
- Keine hastigen Bewegungen wie starkes Pusten oder wildes Herumwedeln mit den Armen, da Luftstrom und Gestik von den Wespen als Angriff gedeutet werden.
Am Nest
Ein Nest, das sich an der Hauswand in zwei bis drei Metern Höhe über einem Weg befindet, stellt im September ein echtes Risiko dar. Solange die Wespen noch aktiv sind, sollte die Beseitigung nicht in private Hände übergehen. Das gilt besonders für Bodennester, die leicht übersehen werden, und für Nester in Hohlräumen, aus denen die Tiere über mehrere Öffnungen fliegen können. Effektive Maßnahmen sind das Absperren des Bereichs, das Fernhalten von Kindern und Haustieren sowie die fachgerechte Entfernung nach Einbruch der Dunkelheit, wenn das Volk fast vollständig im Nest sitzt. Bei einem noch besiedelten Nest sollten Sie keinesfalls zu Hausmitteln wie Sprühdosen, Wasser oder Rauch greifen, das kann Angriffe provozieren und das Volk lediglich verlagern, wodurch der Aufwand für den Fachbetrieb steigt.
Was im Herbst nicht mehr sinnvoll ist
Klassische Wespenfallen sind ab Ende August ein zweischneidiges Schwert. Sie fangen zwar Tiere, die im Garten nach Nahrung suchen, locken aber aus der Umgebung auch neue Wespen an. Stehen in der Nachbarschaft noch aktive Nester, können solche Fallen mehr Wespen anziehen, als sie fernhalten. Nutzen Sie dennoch eine Falle, dann stellen Sie sie an den Rand des Grundstücks, weit entfernt von Sitzgelegenheiten und Terrassentüren, und leeren Sie sie täglich.
Wann ein Profi im Herbst sinnvoll ist
Ein Termin beim Kammerjäger lohnt sich besonders, wenn das Nest im Laufweg, in der Nähe von Terrassentüren oder an Fensterrahmen von Kinderzimmern liegt. Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen mit bekannter Insektengiftallergie wohnen. Und wenn das Nest in einem schwer einsehbaren Hohlraum sitzt, etwa in einer Wand, in einer Zwischendecke oder in einem Rollladenkasten, sollten Sie ebenfalls auf professionelle Hilfe zurückgreifen.
Ein Wespenstich ist zwar unangenehm, jedoch für die Mehrheit der Menschen nicht gefährlich. Bei einer bekannten Allergie können die Folgen jedoch ernst werden. Schwellungen im Halsbereich, Atemnot, Kreislaufprobleme, Übelkeit oder großflächige Quaddeln sind immer ein Notfall, auch ohne bekannte Allergie. Solche Reaktionen erfordern sofort ärztliche Versorgung, im Zweifel über den Notruf 112. Wespen können im Gegensatz zu Honigbienen mehrfach stechen, weil ihr Stachel nicht mit einem Widerhaken versehen ist.
Wir arbeiten bei Wespen grundsätzlich so, dass das Volk fachgerecht entfernt und die betroffene Stelle anschließend verschlossen wird, damit im nächsten Jahr nicht an derselben Stelle ein neues Nest entsteht. Eine Garantie gegen einen Neubau an anderer Stelle gibt es nicht, weil jede neue Königin ihren Platz selbst wählt. Sie können aber vorsorgen, indem Sie potenzielle Eintrittsstellen dauerhaft verschließen oder mit einem engmaschigen Gitter sichern. Unsere Grundlagen dazu stehen unter Wespennest entfernen und auf der Leistungsseite Wespen bekämpfen. Wenn Sie sich zuerst über Ablauf und Kosten informieren wollen, lesen Sie Wespennest entfernen lassen: Kosten und rechtliche Lage. Bei der Hornisse gehen wir anders vor; Näheres unter Hornissen erkennen und bekämpfen.
Was die Entfernung im Herbst kostet
Die Preise hängen von Zugänglichkeit, Nestgröße, Höhe und Uhrzeit ab. Die nachfolgenden Angaben dienen nur als Orientierung, nicht als Festpreise. Verbindlich wird der Preis erst nach einer Vor-Ort-Einschätzung, die kostenlos erfolgt.
| Leistung | Unverbindliche Orientierung |
|---|---|
| Anfahrt und Einschätzung vor Ort | kostenlos |
| Nest frei zugänglich, etwa am Balkon oder unter dem Dachvorsprung | etwa 89 bis 200 € |
| Nest schwer zugänglich, etwa in der Wand oder im Rollladenkasten | etwa 150 bis 300 € |
| Bodennest im Garten mit Folgekontrolle | etwa 95 bis 220 € |
Für einen Überblick über unsere Leistungen im Stadtgebiet hilft die Seite zur Schädlingsbekämpfung in Köln, die Preisstruktur für andere Schädlinge finden Sie unter Kammerjäger Köln Kosten.
Häufige Fragen zu Wespen im Herbst
Sind Wespen im September wirklich aggressiver?
Ja. Die Brutpflege endet, die Arbeiterinnen suchen Zucker für sich selbst und verteidigen das Nest deutlich heftiger. Dieses Verhalten ist eine natürliche Folge des Jahreszyklus, nicht eine charakterliche Eigenschaft.
Sterben Wespen im Herbst von allein?
Die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben beim ersten kräftigen Frost. Nur die bereits begatteten jungen Königinnen überwintern und gründen im nächsten Jahr ein neues Volk.
Was passiert mit einem Wespennest im Winter?
Es ist leer. Wespen benutzen ein Nest nur für eine Saison. Im folgenden Frühjahr baut die junge Königin an einem anderen Ort ein neues Nest.
Kann ich ein leeres Wespennest im Herbst selbst entfernen?
Nach dem ersten Frost ja, sofern Sie sicher sind, dass keine Tiere mehr aktiv sind. Handschuhe anziehen, Nest abnehmen und in den Restmüll geben. Bei Hohlräumen und Bodennestern ist die Kontrolle schwierig hier ist professionelle Hilfe empfehlenswert.
Was tun, wenn das Nest im Rollladenkasten sitzt?
Öffnen Sie den Kasten nicht selbst. Oft lässt er sich erst nach Ausbau kontrollieren, und die Wespen können über mehrere Öffnungen entkommen. Eine fachliche Entfernung nach Einbruch der Dunkelheit ist hier der richtige Weg.
Wie schütze ich Kinder und Haustiere bis zum Termin?
Halten Sie mindestens drei Meter Abstand zum Nest, sperren Sie den Bereich ab, wenn es möglich ist, und stellen Sie Futter sowie Wasser ausschließlich im Haus bereit. Ein Stich bei Hund oder Katze sollte zudem tierärztlich abgeklärt werden.
Helfen Wespenfallen im Herbst noch?
Nur eingeschränkt. Sie fangen Tiere in der Nähe, ziehen aber aus der Umgebung ebenfalls neue Wespen an. Wenn Sie eine Falle einsetzen, stellen Sie sie an den Rand des Grundstücks und leeren Sie sie täglich.
Bauen Wespen im September noch Nester?
Ein neues Volk gründet im Herbst keine neue Kolonie mehr. Ab dem Spätsommer stoppt die Königin die Eiablage, die letzten Arbeiterinnen schlüpfen, danach folgen nur noch die Geschlechtstiere. Ein im September entdecktes Nest ist also kein Neubeginn, sondern das Endstadium eines Volkes, das seit dem Frühjahr gewachsen ist. Sollten Sie den Eindruck haben, dass ein zweites Nest entsteht, handelt es sich meist um ein bisher übersehenes, älteres Nest in der Nähe.
Kommen Wespen im Herbst ins Haus?
Die jungen Königinnen suchen im Herbst Überwinterungsplätze und dringen dabei in Fensterrahmen, Dachschrägen, Holzstapel oder Gartenhäuser ein. Einzelne Wespen im Haus sind daher häufig und in der Regel harmlos. Ein massiver Einflug spricht hingegen für ein nahegelegenes Nest, zum Beispiel im Rollladenkasten oder Dachstuhl. Für passende Vorgehensweisen finden Sie die entsprechenden Hinweise unter Wespen im Haus erkennen und bekämpfen.
